A3exander Rütten 2/18

  • Instagram - White Circle

NeverMindExploring              

  -Versuche der Annäherung
 

Täglich Aufgenommenes, verarbeitet in dem, was entsteht, lässt sich nicht anders als Abstraktion, eine Abwandlung dessen beschreiben. Kann alles in der kompletten Fülle erfasst werden? In Schritten von Aufnahme, Auswahl und Verarbeitung wird vorgegangen. Ergibt das dann eine Vereinfachung, auf einen Teil, ein Zeichen reduziert? Symbole tragen zur Kommunikation bei, werden erfasst und verkörpert. Zum Verständnis. Untereinander. Man ist ja nicht nur man selbst, man reflektiert im Gegenüber. Jedes Teil befindet sich in einem Konvolut, ist nicht länger einzeln.
Die Künstler/innen dieser Ausstellung bekamen jeweils einen Teil eines Textes, der ausgehend der Wahrnehmung unterschiedlicher Zeitabschnitte entstand und in seiner Ungreifbarkeit von allem und nichts erzählt, Eindrücken, Momenten. Jede/r Künstler/in konnte mit dem Abschnitt auf freie Art und Weise umgehen und wurde so Teil einer Verarbeitungskette.

 

 

Ein Text entsteht, der sich auseinander dividiert, verteilt und in weiter verwandelter, gar transformierter Weise wieder zusammensetzt. Wahrnehmungs- und Erfahrungsebenen aus Erinnerungen nehmen Gestalt an, werden Eins und schaffen eine Überlagerung. Wie viele (Text)Ebenen durchläuft eine künstlerische Arbeit, bevor sie sich dem Betrachter offenbart? Ein Fragment des Textes wirkt in einer gleichzeitigen Offenheit durch seine subjektive Les- und Erfahrbarkeit, ungeachtet der Reihenfolge - vertauschte Textabschnitte verkörpern dieses - dann wieder neu zusammen gesetzt, (de)platziert und zu neuem Nutzen (Sinn) gebracht. Brauchen wir den Nutzen? Die Reihenfolge eines Ablaufs? Was passiert, wenn man diese tauscht? Oder wenn man sich dreidimensional im Raum bewegt? Gibt es dann noch eine Reihenfolge? Nutzlosigkeit beschreibt auch ein Miss- oder ein Dis- . Missfunktional. Disharmonie.
 

Weiter folgt man Gedanken, Orten oder Plätzen die an- und aufgefüllt sind mit Erinnerungen, Visionen, gar Nullpunkten, versehen mit Hoffnungen und Einbildungen der inneren Augenscheinlichkeit. Ein Sehen ohne Realität, auch die reine Materialität kann als Ausgangspunkt dienen. Zuweilen birgt es das Risiko, dass zwischen Auffassungen, Standpunkten, Eigenbelustigung und Selbstlüge, Bewusstes und Unbewusstes gleich(be)deutend abgehandelt und zu einem Ganzen zusammengeführt werden. Man kann es nun von allen Seiten betrachten und doch nicht ganz, da es nur im Gesamtzusammenhang begreifbar geworden ist. Die genaue Analyse funktioniert, erfasst dann aber wieder nur ein Mikro des großen Ganzen. Bis zum Makro, reicht da eine Gleichung? Handlungen sind nicht immer gleich. Wir lernen, versuchen, tasten vor. Um dann auch mal wieder einen Schritt zurück zu machen. Manchmal können Aktion und Reaktion, die weltliche Zeitmessung nicht mit der inneren Uhr übereinstimmend sein. Wieviel Zeit bleibt, um auf eine Sekunde zu reagieren. Welche Option kann die Reaktion im Gesamten ändern? Wie teilt man sich einem Gegenüber mit? Ist abschließend dieser Text hier nur auch wieder eine Art der Lenkung, Navigation, mit der wir eine Situation, eine Ausstellung nicht mehr objektiv betrachten können? Gerade mit Texten wurde schon viel bewegt und gelenkt.
Der Titel der Ausstellung „NeverMindExploring“ verweist auf zwei Lesarten. Einerseits: „mach dir nicht draus’“, erforsche, erlebe. Andererseits aber auch „niemals den Geist erforschen“, da nicht nur der Geist, sondern gerade die gegebene Welt Eindrücke bietet. Sei es Malerei, Fotografie, Video oder Skulptur, in allen dieser Medien steckt eine verarbeitete, eine gefilterte Form der eigenen Wahrnehmung. Zu sehen ist ein Experiment. In vielerlei Hinsicht bleibt es dabei. Keine Bilanz, keine Schlüsse. Am ehesten Versuche der Annäherungen

"Das getriebene Selbst", Akt 3, Szene 1-5       

 

02.09.2017 Black Box, Cuba, Münster

Achtermannstr. 10-12

Die Konsequenz zu langen Rausches,

eigener Rhythmus bestimmt

Übersetzung als Verhältnis zwischen Antriebs- und Abtriebsdrehzahl.

 

Konstantes Laufen, Zeitlos angehalten und fortgeführt auf ewig.

Glas, kein Millimeter breit, vasenförmig. Knapp vorm Sprung. Nervös nebeneinander aneinander klirrend. 

Wenige Minuten Nullpunkt. 

Einen Augenblick, kurz. 

 

Beruhigend berichtend von inneren Zuständen, die erreicht werden können, heute noch unterbewusst, morgen schon unbewusst und verloren. 

Los. Agitativ speisen wir uns ein. Spielen mit. 

JANA KERIMA STOLZER UND ALEXANDER RÜTTEN // 89 -17

11.01.2017 - 12.03.2017, WEWERKA PAVILLOON MÜNSTER, KARDINAL-VON-GALEN-RING / AASEE-UFERWEG / ANNETTE-ALLEE

Wewerka Pavillon Münster

 

10. Januar um 19:00 Uhr

Einführung: Prof. Dr. Nina Gerlach

Performance am 10. Januar, 14. Februar und 2. März um jeweils 19:00 Uhr.

 

 

Die bestehende Welt ist Teil einer kosmischen Entwicklung. Entstehung, Veränderung, Eingriffe: ein ständiger Prozess, über den der Mensch keine Macht hat. Eine Bedrohung, kommend aus der Galaxie, der unendlichen Dunkelheit des Universums, scheint die größte für unsere Spezies zu sein. Sprengkörper aus dem All besitzen im Vergleich zum vom Menschen geschaffene Nuklearwaffen mindestens 10fache Kräfte. Wir stehen vor einer Veränderung. Unser Planet dient nicht als Ziel, er bewegt sich durch das All, eine Kollision steht bevor. 
Wir feiern Ankunft und Wandel, trauernd, nehmen Abschied, begreifen, es ist an der Zeit. Das Leben – Wünsche, Ziele, Leidenschaft, kleine Eigenschaften, uns auszeichnend. 
Alles erlebt, kurz vor dem Ende, vor der Veränderung?
Wir stehen gemeinsam hier, schauen in keine Zukunft mehr. Es ist die Zukunft anderer. 
Was uns bleibt, ist Ungewissheit, Glaube und Wissenschaft. Halt. 
Wir jagen Optionen, suchen, forschen, richten Raketen gen Himmel, unser Nacken steif. 
Da vorne, Krater durch Feuerbälle, hinter uns, Geschichte.